Mal im Ernst: Kann eine Mutter einen Vaterschaftstest machen?

by Pfab Philipp / 10 August 2012 / No Comments

Erst einmal denke ich nein. Eine Mutter kann vielleicht einen Männerberuf haben, ihren Mann stehen oder männlich aussehen. Sie kann auch väterliche Gefühle entwickeln, in einem Vaterland leben und das Vaterunser beten. Aber im Zuge von Gleichbehandlungsgebot, Gleichstellungsbeauftragten und Gleichstellungsgesetz muss doch irgendwo mal Schluss sein.

Zugegeben: es kann schon sein, und so selten kommt das gar nicht vor, dass ein Bedürfnis besteht, festzustellen, wer die biologische Mutter eines Kindes ist. Man denke bloß an Kindesverwechslungen, anonyme Geburten oder (was in Deutschland verboten ist, im Ausland aber vorkommen kann) Fälle von Ei- und Emryonenspende. In diesen Fällen macht ein Test Sinn. Doch wie nennt man diesen Test bloß?

Muttertest: dürfte wohl ausfallen, da die Qualität der Mutter ja nicht getestet wird
Mutter-schafft-es-Test: damit könnte zugleich die Leistung der Frauen in der Schwangerschaft gewürdigt werden – ein Kind bekommen ist schließlich kein leichtes Unterfangen
Mama-Test: das klingt wohl zu sehr nach Schwangerschaftstest;

also doch Mutterschaftstest? Das wäre wohl richtig. Bei solchen Dingen kommt nach dem eigentlich immer ein aber. Hier ist es: aber der Begriff Vaterschaftstest hat sich für Abstammungstests einfach durch gesetzt. Daher gibt es keinen Mutterschaftstest.

About the author:

RA Pfab ist seit 2002 Rechtsanwalt.
Als Fachanwalt für Familienrecht berät er vor allem zu Unterhalt und Vermögensauseinandersetzungen und Scheidungen.
Mit dem Fachanwaltskurs für Erbrecht ist er für Beratungen zum Erben gerüstet: vor einem Erbfall bei Gestaltungen (Testament) und nach einem Erbfall bei der sinnvollen Regelung des Nachlasses.