Neue Süddeutsche Unterhaltsleitlinien 2018

by Pfab Philipp / 22 Mai 2018 / No Comments

Auch 2018 gibt es – da sich auch die Düsseldorfer Tabelle geändert hat – wieder neue süddeutsche Unterhaltsleitlinien.

Die Unterhaltsleitlinien sind Handreichungen für die Gerichte in Süddeutschland (genauer gesagt sind dies die süddeutschen Unterhaltsleitlinien – es gibt noch 17 weitere Leitlinien – meistens haben sich die Oberlandesgerichte der Gerichtsbezirke zusammengetan, um einheitliche Entscheidungen zu ermöglichen).

Bei den süddeutschen Unterhaltsleitlinien 2018 sind die Änderungen – abgesehen von der Änderung in der Düsseldorfer Tabelle – gering.

Im Rahmen der Änderung der Düsseldorfer Tabelle wurden bei den süddeutschen Leitlinien zum Einen die Berechnungsbeispiele angepasst.

Zum Anderen gibt es ein zahlenmäßige Änderung. Es betrifft die Ziffer 10.2.3 der Leitlinien und damit den Auszubildendenunterhalt.

Ein Auszubildender hat grundsätzlich einen Unterhaltsanspruch. Jedoch muss sich ein Auszubildender ein in der Ausbildung erzieltes Einkommen auf den Unterhalt anrechnen lassen. Jedoch ist das Einkommen nicht einfach netto abzuziehen. Vielmehr kann ein Auszubildender spezielle ausbildungsbedingte Aufwendungen vom Einkommen abziehen. Früher war dieser Pauschalbetrag € 90,00 – nunmehr wurde der Abzugsbetrag auf € 100,00 erhöht.

Bei einem Unterhaltsanspruch von z.B. € 608,00 und einem Ausbildungseinkommen von netto € 400,00 lautet die Rechnung: € 608,00 minus (€ 400,00 minus ausbildungsbedingter Mehrbedarf € 100,00) = € 308,00.

Damit erhöht sich der zu zahlende Unterhaltsbetrag um monatlich € 10,00.

About the author:

RA Pfab ist seit 2002 Rechtsanwalt.
Als Fachanwalt für Familienrecht berät er vor allem zu Unterhalt und Vermögensauseinandersetzungen und Scheidungen.
Mit dem Fachanwaltskurs für Erbrecht ist er für Beratungen zum Erben gerüstet: vor einem Erbfall bei Gestaltungen (Testament) und nach einem Erbfall bei der sinnvollen Regelung des Nachlasses.